Papst mahnt Orden zu Reformen


Papst Franziskus hat die katholischen Ordensgemeinschaften zur inneren Erneuerung aufgerufen. Sie dürften keine Angst haben, neue Wege zu beschreiten und überkommene Gewohnheiten und Formen abzuwerfen, sagte er vor Mitgliedern der vatikanischen Ordenskongregation am Donnerstag im Vatikan. Es gebe bestimmte Strukturen in den Orden, die ihren Mitglieder eine falsche Sicherheit vermittelten und eine freie Entfaltung der Nächstenliebe verhinderten. Manches passe heute nicht mehr als Antwort auf den Ruf Gottes. Die Orden dürften sich nicht von den einfachen Gläubigen entfernen, denen sie die Botschaft Jesu überbringen müssten, so der Papst.

Die Ordensgemeinschaften hätten an Anziehungskraft eingebüßt, sagte Franziskus weiter. Viele hielten diese Lebensform nicht mehr durch. Zugleich gebe es aber inneren Widerstand gegen den notwendigen Wandel. Um ihn zu meistern, empfahl Franziskus den Ordensleuten, sich ganz am Evangelium und dem jeweiligen Charisma des Ordens zu orientieren. Dabei dürften sie nie den Dienst am Menschen vernachlässigen, vor allem für die Schwächsten.

Die am Samstag endende Vollversammlung der Ordenskongregation steht unter dem Motto «Neuer Wein in neuen Schläuchen». Sie soll das von Papst Franziskus ausgerufene Ordensjahr vorbereiten, das am 30. November im Vatikan feierlich eröffnet wird.

OBEN